Beiträge und Aktuelles

Für Taxi und Fahrtendienste ·

Dialysefahrten organisieren. Wie Fahrtendienste, Taxis und Dialysestationen den Rhythmus in den Griff bekommen

Schematische 2D-Darstellung: drei türkise Transportwagen in Wellen zu einer Dialysestation, Uhren für Früh-, Mittags- und Abendschicht, Kalender mit Häkchen.

Kaum eine Fahrt ist so regelmäßig wie die zur Dialyse. Dreimal pro Woche, jede Woche, oft über Jahre. Das ÖDTR, das österreichische Register für Dialyse und Transplantation, zählt rund 4.500 Patientinnen und Patienten, die regelmäßig dialysiert werden. Die meisten kommen zur Hämodialyse in ein Zentrum, jeweils für drei bis fünf Stunden. Für eine einzige Person bedeutet das sechs Wege pro Woche und mehr als 300 im Jahr.

Für Transportunternehmen ist das planbare Arbeit, die sich gut in den Tag fügt. Für die Menschen auf dem Rücksitz ist es ein Teil ihres Lebens, den sie sich nicht ausgesucht haben. Beides gehört in eine gute Planung. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Dialysefahrten so organisieren, dass die Plätze an den Maschinen pünktlich besetzt sind, die Heimfahrt nicht zur Geduldsprobe wird und am Monatsende jede Fahrt sauber abgerechnet werden kann. Er richtet sich an Fahrtendienste und Taxiunternehmen und an alle, die auf einer Dialysestation die Transporte koordinieren.

Der Schichtplan der Station ist Ihr Fahrplan

Dialysestationen arbeiten in festen Schichten. Wie das aussieht, beschreibt das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr auf seiner Website. Behandelt wird dort in sechs Schichten, am Montag, Mittwoch und Freitag oder am Dienstag, Donnerstag und Samstag, jeweils früh, mittags und abends. Die Frühschicht beginnt um 6.30 Uhr, die Mittagsschicht um 12.30 Uhr und die Abendschicht um 18.30 Uhr. Andere Häuser haben andere Zeiten, das Muster ist fast überall ähnlich.

Für die Planung folgen daraus drei Dinge.

  • Die Hinfahrten kommen in Wellen. Alle Patientinnen einer Schicht sollen zur selben Zeit an der Maschine sein. Wer um 6.30 Uhr angeschlossen wird und auf dem Land wohnt, wird oft schon vor sechs abgeholt.
  • Die Rückfahrten folgen Stunden später, aber nicht auf die Minute. Dazu gleich mehr.
  • Die Abendschicht endet spät. Wer um 18.30 Uhr beginnt, ist nach vier Stunden Behandlung erst gegen 23 Uhr zu Hause. Taxiunternehmen, die unter dem Gesamtvertrag der ÖGK fahren, haben bei Dialysefahrten von Montag bis Samstag eine Beförderungspflicht, die um 5 Uhr beginnt und um 23 Uhr endet. Für die Abendschicht brauchen Sie also Fahrerinnen und Fahrer, die bis in die Nacht im Dienst sind.

Holen Sie sich deshalb von jeder Station, die Sie regelmäßig anfahren, den aktuellen Schichtplan und die Namen der Ansprechpersonen. Klingt banal, spart aber jede Woche Telefonate. Fragen Sie auch, wie früh Ihre Fahrgäste vor Schichtbeginn da sein sollen, denn vor dem Anschließen wird jede Patientin gewogen. Welche Stationen es in Ihrer Region gibt, zeigt das Verzeichnis der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie. Es nennt knapp 70 Standorte, von der Universitätsklinik bis zur privaten Dialysepraxis, viele davon in regionalen Krankenhäusern mit großem Einzugsgebiet. Welche Pflichten der Gesamtvertrag sonst noch vorsieht, steht im Beitrag Krankenbeförderung für Taxiunternehmen.

Touren bilden, die jede Woche gleich laufen

Der größte Vorteil der Dialyse für die Planung ist ihre Regelmäßigkeit. Wer die Serien einmal sauber anlegt, hat einen großen Teil der Woche vergeben, bevor am Montag das erste Telefon läutet. Bewährt hat sich ein Vorgehen in drei Schritten.

  1. Nach Station und Schicht sortieren. Wer zur selben Schicht in dieselbe Station fährt, ist ein Kandidat für ein gemeinsames Fahrzeug.
  2. Nach Richtung bündeln. Aus diesen Gruppen werden Touren entlang einer Strecke. Zwei Patienten aus Nachbarorten passen zusammen, einer aus dem nächsten Tal eher nicht, auch wenn es auf der Karte nah aussieht.
  3. Feste Fahrer zuordnen. Wo es geht, fährt dieselbe Person dieselbe Tour. Stammfahrer kennen die Haustür, den Hund und die Tasche, die jedes Mal mit muss, und sie merken schneller, wenn es jemandem schlechter geht als sonst.

Wann eine gemeinsame Fahrt als Mehrfachtransport gilt und wie sie gekennzeichnet wird, erklärt der Beitrag Software für Krankenbeförderung und Abrechnung mit Krankenkassen. Für die Planung reicht eine Faustregel. Niemand soll wegen einer Sammelfahrt mehr als eine halbe Stunde länger unterwegs sein. Das verlangen die Kassen, und nach einer Dialyse ist es ohnehin die Grenze dessen, was man Menschen zumuten sollte.

Die Rückfahrt ist der schwierigste Teil

Die Hinfahrt lässt sich auf die Minute planen, die Rückfahrt nur ungefähr. Wann jemand fertig ist, hängt davon ab, wann die Behandlung wirklich begonnen hat, wie lange sie dauert und wie es der Person danach geht. Nach dem Abhängen wird die Einstichstelle am Shunt so lange abgedrückt, bis sie nicht mehr blutet, dann wird noch einmal gewogen. Manche brauchen danach ein paar Minuten, bis der Kreislauf wieder mitspielt. In der Praxis haben sich drei Varianten bewährt.

  • Feste Abholzeit mit Puffer. Passt für Patientinnen, deren Behandlung sehr gleichmäßig verläuft. Das Fahrzeug kommt zur geplanten Zeit, ein kleiner Puffer fängt Verzögerungen auf.
  • Abholung nach Ende der Behandlung. Die Rückfahrt ist gebucht, die Uhrzeit bleibt offen. Die Station meldet, wenn jemand fertig ist, und die Disposition schickt das nächste passende Fahrzeug.
  • Sammelrückfahrt einer Schicht. Ein Fahrzeug nimmt mehrere Patienten derselben Schicht mit, sobald alle fertig sind. Das spart Kilometer, verlangt aber, dass niemand lange im Wartebereich sitzt.

Welche Variante passt, hängt von der Station und von den Menschen ab. Entscheidend ist, dass die Nachricht, wer fertig ist, ohne Umweg bei der Disposition landet. Ein Anruf auf dem Handy des Fahrers, der gerade auf der Bundesstraße unterwegs ist, ist dafür der schlechteste Weg. Und noch etwas. Wer nach der Dialyse wackelig auf den Beinen ist, braucht keinen Fahrer, der drängt, weil die nächste Fahrt wartet. Die zwei Minuten, die man so gewinnt, kosten an anderer Stelle mehr.

Wenn sich etwas ändert

Dialysepläne sind stabil, aber nicht starr. Das Steyrer Klinikum schreibt in seinen Fragen und Antworten zur Hämodialyse offen, dass sich Tag und Uhrzeit aus organisatorischen Gründen ändern können und dass Patienten auch einmal untereinander tauschen. Mit diesen Fällen sollten Sie rechnen.

  • Dauerhafter Schichtwechsel. Eine Patientin wechselt von der Mittagsschicht in die Frühschicht. Dann ändert sich nicht eine Fahrt, sondern die ganze Serie ab einem Stichtag.
  • Tausch für einen Tag. Zwei Patienten tauschen wegen einer Untersuchung oder einer Hochzeit ihren Platz. Beide Fahrten ändern sich, aber nur an diesem Tag.
  • Aufenthalt im Krankenhaus. Liegt jemand stationär, fallen die Fahrten weg, bis die Entlassung feststeht. Wer das nicht mitbekommt, schickt womöglich tagelang ein Auto vor eine leere Wohnung.
  • Feiertage. Die Dialyse kennt keine Feiertage, aber manche Stationen verschieben an solchen Tagen die Schichten. Fragen Sie im November nach dem Plan für Weihnachten und Neujahr und nicht am 23. Dezember.
  • Urlaub. Auch Dialysepatienten verreisen. Dafür gibt es die Feriendialyse, die rechtzeitig über die eigene Station angemeldet werden muss. Die Fahrten zu Hause entfallen in dieser Zeit, und ob die Kasse Fahrten am Urlaubsort übernimmt, klärt man am besten vorher.

Jede dieser Änderungen ist für sich eine Kleinigkeit. Zusammen erklären sie, warum Dialysefahrten in Excel so fehleranfällig sind. Eine Liste, die jede Woche kopiert und von Hand angepasst wird, vergisst irgendwann den Tausch vom Donnerstag. Woran Sie merken, dass Ihre Planung eine Software braucht, zeigt der Beitrag Umstieg von Excel auf eine Dispositionssoftware.

Die Menschen hinter den Serien

Wer regelmäßig Dialysepatienten fährt, lernt sie kennen. Das ist eine Stärke, wenn man sie nutzt. Ein paar Dinge sollten alle wissen, die in diesem Bereich unterwegs sind.

  • Den Shuntarm schonen. Viele Patienten haben am Arm einen Shunt, ihren Gefäßzugang für die Dialyse. An diesem Arm wird nicht gezogen, nicht fest zugepackt und keine schwere Tasche aufgehängt. Beim Einsteigen hilft man auf der anderen Seite.
  • Nach der Behandlung Zeit lassen. Müdigkeit und Kreislaufprobleme sind nach der Dialyse häufig. Lieber warten, bis jemand sicher steht, und bis zur Haustür begleiten.
  • Auffälligkeiten melden. Wirkt jemand deutlich schlechter als sonst, verwirrt oder kurzatmig, gehört das sofort zur Station und im Notfall zur Rettung unter 144.
  • Infektionen vorher klären. Wer eine Infektion hat, die eine Isolierung erfordert, gehört nicht ins Taxi, sondern in einen Krankentransport mit passender Ausstattung. Das muss vor der Fahrt feststehen und nicht erst an der Haustür.
  • Begleitpersonen mitdenken. Fährt eine Begleitung mit, braucht es einen Sitz mehr. Das gehört in die Buchung, damit die Sammelfahrt nicht am fehlenden Platz scheitert.

Was Patientinnen und Angehörige selbst beachten sollten, vom Transportschein bis zur Rückfahrt, haben wir im Ratgeber Was beim Krankentransport als Patient zu beachten ist zusammengefasst.

Transportschein, Kostenanteil und Abrechnung in Kürze

Für Dialysefahrten gelten die Regeln jeder Krankenbeförderung, mit ein paar Besonderheiten.

  • Die Voraussetzungen für einen Transport müssen nach den Vorgaben der ÖGK bei jeder einzelnen Fahrt vorliegen, auch innerhalb einer Serie. Der Transportschein muss zum Zeitraum und zur Zahl der Fahrten passen.
  • Fahrten zur Dialyse sind vom Kostenanteil befreit, den die ÖGK seit Juli 2025 für Transporte vorschreibt. Damit die Befreiung greift, muss der Transportgrund in der Abrechnung richtig angegeben sein.
  • Wer selbst fährt oder von Angehörigen gebracht wird, kann bei der ÖGK einen Zuschuss zu den Fahrtkosten beantragen, bei Dialyse auch ohne Rezeptgebührenbefreiung.
  • Maßgeblich für die Kilometer ist der Distanzanzeiger der Sozialversicherung. Weicht die gefahrene Strecke ab, etwa wegen einer Sperre, braucht es eine Begründung.

Wie die Abrechnung Schritt für Schritt abläuft und woran sie am häufigsten scheitert, steht im oben verlinkten Beitrag zur Abrechnung mit den Krankenkassen.

Was Dialysestationen beitragen können

Auf der Station laufen die Fäden zusammen. Die Pflege weiß als Erste, wer die Schicht wechselt, wer im Krankenhaus liegt und wer heute länger braucht. Kommt diese Information schnell beim Fahrtendienst an, profitieren alle, auch die Station selbst, weil ihre Plätze pünktlich besetzt sind.

  • eine feste Ansprechperson für Transporte benennen und eine Vertretung
  • Schichtpläne und Änderungen schriftlich weitergeben, nicht nur am Telefon
  • Rückfahrten mit dem Vermerk buchen, dass abgeholt wird, sobald die Behandlung vorbei ist, und das Ende kurz melden
  • mit jedem Transportunternehmen vereinbaren, wer bei einer Verspätung wen informiert
  • einmal im Quartal gemeinsam besprechen, was gut läuft und was nicht

Mit pts.maker buchen Stationen ihre Transporte im Portal für Krankenhaus und Med-Center, laden den Transportschein gleich mit hoch und sehen, wann das Fahrzeug kommt. Die Patientin erhält eine Bestätigung per SMS, dafür braucht sie kein Smartphone. Wer lieber selbst bucht, nutzt das Patientenportal, und auch Angehörige können dort Fahrten anlegen.

Wie pts.maker Dialysefahrten abbildet

Für Fahrtendienste und Taxiunternehmen steckt der Nutzen in der Serie. Eine Dialyseserie wird einmal mit Wochentagen, Uhrzeiten und Zeitraum angelegt. Muss wegen eines Feiertags oder eines Tauschs ein einzelner Termin weichen, ändern Sie nur diesen, die Serie bleibt unberührt. In der Disposition stehen die Fahrten der kommenden Wochen früh fest, daraus werden feste Touren, und für kurzfristige Aufträge bleibt Luft.

Die Fahrer-App zeigt zu jeder Fahrt, was für diese Patientin wichtig ist, den Rollator, das Stockwerk ohne Lift oder die Begleitperson, und sie läuft auch dort weiter, wo im Tal kein Netz ist. Am Monatsende liegen die Dialysefahrten mit Zeitstempeln, Kilometern aus dem Distanzanzeiger und Transportschein beisammen, bereit für den Export an die Kasse oder an Ihren Abrechnungsdienstleister. Den ganzen Ablauf aus Sicht eines Transportdienstes finden Sie auf der Seite für Transportdienstleister.

Sie fahren Dialysepatienten oder wollen damit anfangen? Vereinbaren Sie eine kostenlose Demo. Auf Wunsch nehmen wir einen typischen Wochenplan Ihres Betriebs als Beispiel, ohne Namen, nur mit Orten und Schichten, und zeigen, wie daraus Touren werden. Für Dialysestationen, die ihre Transporte einfacher koordinieren möchten, ist das Kontaktformular der schnellste Weg zu uns.

Checkliste für Dialysefahrten

  • Schichtpläne aller angefahrenen Stationen liegen aktuell vor
  • für jede Station ist eine Ansprechperson mit Vertretung bekannt
  • jede Serie ist mit Zeitraum und Transportschein angelegt
  • Touren sind nach Station, Schicht und Richtung gebündelt
  • für jede Rückfahrt ist klar, ob eine feste Zeit oder die Abholung nach Ende der Behandlung gilt
  • alle Fahrerinnen und Fahrer kennen die Regeln zum Shuntarm und zur Hilfe nach der Behandlung
  • der Plan für die Feiertage ist rechtzeitig abgefragt
  • für die Abendschicht gibt es genug Personal bis in die Nacht
  • der Transportgrund ist bei jeder Fahrt korrekt erfasst

Häufige Fragen

Wie früh sollte ein Dialysepatient abgeholt werden?

So, dass er vor Schichtbeginn gewogen und angeschlossen werden kann. Wie viel Vorlauf die Station wünscht, fragen Sie am besten direkt dort nach. Dazu kommt die Fahrzeit, bei Sammelfahrten auch die Zeit für die weiteren Abholungen.

Dürfen mehrere Dialysepatienten gemeinsam fahren?

Ja. Der Gesamtvertrag verlangt von Vertragspartnern sogar, gemeinsame Fahrten zu organisieren, wo sie sich anbieten. Zu beachten sind die Regeln zur Mitfahrstrecke und der Umweg von höchstens 30 Minuten pro Person.

Wer zahlt die Fahrt zur Dialyse?

Liegen die Voraussetzungen vor, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Einen Kostenanteil gibt es für Dialysefahrten nicht. Wer ohne Transport selbst anreist, kann einen Fahrtkostenzuschuss beantragen.

Was tun, wenn jemand nach der Dialyse nicht fit für das Taxi ist?

Die Fahrt nicht erzwingen. Ob ein Krankentransport mit Sanitätern nötig ist, entscheidet die Station. Der Fahrer informiert die Disposition, damit sie die Tour umplant und die übrigen Fahrgäste nicht warten müssen.

Sie wollen denselben Ablauf in der Disposition sehen? Demo anfragen.

Schnellkontakt

Wir beraten Sie persönlich

Unser Team in Klagenfurt, Graz und Wien nimmt Anfragen zu Disposition, Demo und Betrieb entgegen. Antwort in der Regel am selben Werktag.

  • ISO 27001
  • Hosting in AT oder DE
  • 30 Tage testen